Sie haben ein großartiges Logo entwerfen lassen, die Farben sind lebendig, die Schriftarten modern... Sie haben die Datei an die Druckerei geschickt und als Sie die Rollenetiketten öffneten, waren Sie schockiert: Die Farben sind blass, an den Rändern sind weiße Abstände geblieben und die kleine Schrift ist nicht lesbar.
Dieses Szenario kommt in der Etikettenbranche leider sehr häufig vor. Denn digitales Design und physischer Druck (insbesondere Rollendruck) sind grundlegend verschiedene Disziplinen.
Unter Berücksichtigung der Papierbeschaffenheit von gestrichenen Etiketten (Kuşe) und der Dynamik des Rollendrucks habe ich 5 goldene Regeln zusammengestellt, die Sie für ein perfektes Ergebnis befolgen sollten.

1. Arbeiten Sie nicht in RGB, sondern in CMYK! (Der größte Fehler)
Computerbildschirme basieren auf Licht und verwenden den RGB-Farbraum (Rot-Grün-Blau). Druckmaschinen hingegen sind farbbasiert und verwenden CMYK (Cyan-Magenta-Gelb-Schwarz).
Wenn Sie Ihr Design im RGB-Format senden, kann das leuchtende Neongrün, das Sie auf dem Bildschirm sehen, beim Druck auf Papier zu einem matten und schmutzigen Waldgrün werden. Bevor Sie gestrichene Rollenetiketten bestellen, stellen Sie in Ihrem Designprogramm (Illustrator, Photoshop) unbedingt den Farbmodus auf CMYK um und prüfen Sie, wie sich die Farben verändern.
2. Beschnittzugabe (Bleed) und Sicherheitsabstand
Rollenetiketten werden nach dem Druck mit scharfen Stanzformen, den sogenannten "Messern", geschnitten. Maschinen können mikrometergenaue Schwankungen aufweisen.
- Beschnittzugabe: Lassen Sie die Hintergrundfarbe oder das Bild mindestens 2-3 mm über die Schnittlinie hinauslaufen. Wenn Sie dies nicht tun, entstehen bei einer minimalen Verschiebung während des Schneidens unerwünschte weiße Ränder.
- Sicherheitsabstand: Platzieren Sie Logos und Texte mindestens 3 mm innerhalb der Schnittlinie. Andernfalls könnten Ihre Buchstaben dem Messer zum Opfer fallen.
3. Die Kraft des Vektorformats
Erstellen Sie Ihr Design nach Möglichkeit im Vektorformat (AI, PDF, EPS). Da Vektorzeichnungen mit mathematischen Formeln erstellt werden, verlieren sie beim Vergrößern nicht an Qualität.
Wenn Sie Fotos verwenden (Raster), stellen Sie sicher, dass die Auflösung mindestens 300 DPI beträgt. Bilder mit niedriger Qualität (72 DPI), die aus dem Internet heruntergeladen wurden, wirken im Druck verpixelt (unscharf) und mindern die Qualität Ihrer Marke.

4. Lesbarkeit und Kontrast
Gestrichene Etiketten haben eine halbmatt glänzende Oberfläche. Sie können unter Licht reflektieren. Deshalb:
- Verwenden Sie keine dünnen (thin) Schriftarten in sehr kleinen Punktgrößen (kleiner als 6 Punkt). Die Tinte kann verlaufen und die Schrift unleserlich machen.
- Schreiben Sie keine dunkle Schrift auf dunklen Hintergrund.
- Barcodes: Der sicherste Weg ist, dass die Striche des Barcodes "Schwarz" und der Hintergrund "Weiß" sind. Ein schwarzer Barcode auf Rot kann von Lesegeräten möglicherweise nicht erkannt werden.
5. Wickelrichtung (Unwind Direction)
Diese Regel ist besonders wichtig für Unternehmen, die Etikettiermaschinen (automatische Applikatoren) verwenden. In welche Richtung muss Ihr Logo zeigen, wenn sich das Etikett auf der Rolle befindet?
- Abzug oben (Top Off)
- Abzug unten (Bottom Off)
- Abzug links oder rechts
Wenn Sie die Etiketten von Hand aufkleben, ist dies kein großes Problem. Wenn Sie jedoch Maschinen verwenden, müssen Sie die Wickelrichtung bei der Bestellung unbedingt angeben. Andernfalls kann die gesamte Rolle unbrauchbar sein.
Ein gestrichenes Etikett macht Ihr Produkt zum Star in den Regalen, wenn es richtig gestaltet ist. Die technischen Details können jedoch entmutigend sein.
Sind Sie sich nicht sicher, ob Ihr Design druckfertig ist? Senden Sie uns Ihre Datei; wir prüfen sie mit unserem kostenlosen "Pre-Press-Check"-Service. Um das Fehlerrisiko auf Null zu senken, können Sie uns kontaktieren.